Blasmusik seit vier Jahrzehnten Jubiläumsabend

Blasmusik seit vier Jahrzehnten Jubiläumsabend
Der Apfeltracher Musikverein feiert ein rauschendes Fest und blickt zurück auf seine 40-jährige Geschichte

Es war ein rauschendes und musikalisches Geburtstagsfest, das der Musikverein Apfeltrach im Schützenheim mit zahlreichen Gästen gefeiert hat. Beim Jubiläumsabend zum 40-jährigen Bestehen des Orchesters gab es musikalische Schmankerl in Fülle, eine Menge Fotos und viel zu erzählen, denn die Apfeltracher sind froh und stolz auf ihre Musikanten. Dies wurde in den Lobeshymnen der Ehrengäste mehr als deutlich. „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an“, zitierte Bürgermeisterin Karin Schmalholz den Schriftsteller Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. „Dieser Spruch ist zwar schon 200 Jahre alt, doch immer noch aktuell. Die Blasmusik schafft es ohne Probleme, die unterschiedlichsten Gegebenheiten anzusprechen.“ In der Gemeinde sei der Verein nicht mehr wegzudenken. Die Zusammengehörigkeit werde gelebt und die Jugendarbeit hervorragend geführt, sagte sie und überreichte einen Notensatz. Erster Schützenmeister Christian Wißmiller und der frühere stellvertretende Dirigent Melchior Schiegg schlossen sich den Lobesreigen an. Den musikalischen Auftakt brachte das Orchester mit dem Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ und Dirigent Josef Bauer dankte bei der Gelegenheit „seiner tollen Truppe“. Julia Mayer, eine der drei Vorsitzenden, erzählte aus der Chronik: „Anfang 1976 hegten musikbegeisterte Apfeltracher den Wunsch, einen Musikverein zu gründen. Ludwig Herz und Leonhard Mayer schlossen sich zusammen und suchten Stefan Trommer aus Westernach auf.“ Als Mitte Februar 1976 eine Interessenversammlung stattfand, kamen 28 Bürger aus Apfeltrach, Köngetried und Saulengrain zusammen. Am 23. April wurde der Verein mit 25 Aktiven und 22 Fördermitgliedern gegründet. Als Vorsitzender fungierte Ludwig Herz. Die musikalische Leitung übernahm Stefan Trommer. „Im August spielte die Kapelle ihren ersten offiziellen Auftritt und die Apfeltracher hatten die Möglichkeit, den dorfeigenen Klangkörper zu hören“, so Mayer. Das erste Jahreskonzert fand 1977 im damals neuen Schützenheim statt und 1978 wurde erstmalig wieder ein Maibaum aufgestellt. Noch heute wird der Brauch mit großem Fleiß durch die Musikanten und den freiwilligen Helfern fortgeführt. Ebenfalls 1978 erhielt die Kapelle ihre Tracht und bei den ersten Wertungsspielen im Rahmen des Bezirksmusikfestes in Kemnat erreichten sie den ersten Rang in der Unterstufe. Die Teilnahme an weiteren Wertungsspielen war und ist noch heute eine Selbstverständlichkeit.

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„Im Frühjahr 1979 begann die Ausbildung von 24 hochmotivierten jungen Nachwuchsmusikern. Das war auch dringend notwendig, da einige der Gründungsmitglieder zu dieser Zeit schon wieder aufgehört haben“, erzählte Mayer. Die Ausbildung übernahm Josef Bauer. Als Dirigent Stefan Trommer 1981 plötzlich starb, erklärte sich Melchior Schiegg sofort bereit, die Leitung vorübergehend zu übernehmen. Genau ein Jahr später nahm Josef Bauer den Dirigentenstab in die Hand, den er bis heute innehat. Aktuell zählt er zum „Dienstältesten Dirigenten des Bezirkes 10“, wie ASM-Bezirksvorsitzender Andreas Schuster in seiner Laudatio sagte. 1989 übergab Ludwig Herz den Posten als Vorsitzender an Otto Jörg, der 16 Jahre das Amt mit viel Herzblut ausführte. Noch heute ist er als Kassier tätig. Seit 2005 belegt ein Vorstandstrio die Führung. Die ersten drei Vorsitzenden waren Stefan Herz, Peter Höbel und Brigitte Wißmiller. Mit großer Begeisterung absolvierten die Musikanten den Marschmusikwettbewerb, sodass sie 2008 Bezirkssieger in Stufe B wurden. Seit 2010 treten sie in Stufe C an. „Doch leider wird kein Marschmusikwettbewerb mehr angeboten“, sagte Julia Mayer in Richtung Andreas Schuster. Dieser versicherte aber, dass es den Wettbewerb nächstes Jahr wieder geben wird. Im Jubiläumsjahr zählt der Verein 32 Aktive und drei Jungmusiker. Als Vorsitzende leiten Peter Höbel, Julia Mayer und Michael Vogt die Geschicke des Vereins. Andreas Schuster nutzte die Gunst der Stunde, um sich beim Verein zu bedanken. „Damals waren die Apfeltracher das Ende der Gründungsorgien im Bezirk.“ Als „musikalischen Tausendsassa“ bezeichnete Andreas Schuster den damaligen Dirigenten Stefan Trommer, der in Apfeltrach und bei anderen Vereinen eine treibende Kraft gewesen sei. Im Anschluss fand ein Meer an Ehrungen statt. Für 20 Jahre wurden Bettina Moser, Stefan Jörg und Christiane Miller geehrt. Peter Höbel wurde für 30-jährige Mitgliedschaft und zehnjährige Tätigkeit als Vorsitzender gedankt. Als aktive Gründungsmitglieder erhielten Andreas Frey, Gottfried Seitz, Otto Jörg und Anton Mayer eine Ehrenurkunde. Als frühere Musiker und Gründungsmitglieder wurden Gerlinde Höbel, Johann Singer und Josef Hemmerle ausgezeichnet.

Quelle: Mindelheimer Zeitung vom 19.06.2016
Fotos: müsa