Gelungenes Spiel mit musikalischen Kontrasten

20160525MNZOrchesterverein Kirchheim Konzert


Gelungenes Spiel mit musikalischen Kontrasten
Das Blasorchester Kirchheim bietet im Zedernsaal ein Programm der Extraklasse

Ein überragendes Spiel der Kontraste bot das Blasorchester Kirchheim beim Frühlingskonzert im Zedernsaal auf Schloss Kirchheim. Doch worin bestanden die Kontraste? Nicht etwa in der Kleidung oder in den Altersunterschieden. Denn das Blasorchester ist ein sehr jugendliches Orchester. Nein, die Kontraste bestanden in dem von Dirigent Michael Werner ausgesuchten Programm. Da gab es in den Übungsphasen gewiss so manche Schwierigkeiten zu überwinden. Doch diese meisterten die Musiker mit Bravour. Der Kontrast bestand in Werken der russischen und amerikanischen Musikliteratur unter dem Motto: „Russische Meister – amerikanische Pioniere!“ Dazu hatte Werner schon im Vorfeld die Schüler der Schulen zu einem Malwettbewerb aufgefordert, bei dem es gleich drei Preise und einen Sonderpreis zu gewinnen gab. Beliebtestes Motiv: Lasso schwingende Cowboys! Die sehenswerten Bilder von Julia Steinert, Pius Dinkel und Annalena Baur konnten mit den anderen Bildern in der Säulenhalle des Schlosses besichtigt werden. Natürlich auch das Bild von Emilia Hampp. Die Zweitklässlerin bekam dafür den Sonderpreis. Sie hatten sich aufgrund der Filmkomposition von John Williams dazu entschieden. Er schrieb die Musik zu „The Cowboys“, einem Film mit John Wayne, dem einzigen Western, in dem er starb, so Moderatorin Marion Schroll. Diese Filmmusik hörten die Gäste im voll besetzten Zedernsaal in der zweiten Hälfte des Konzertes. Im ersten Teil entführten die Musiker die Zuhörer nach Russland. „Tsar Boris“ ist die Schauspielmusik zur Tragödie von Tolstoi, die Vasily Kalinnikov komponierte, ein gewaltiger Einstieg in ein außergewöhnliches Konzert. Für romantische Momente sorgten die „Eight Russian Folksongs“, komponiert von Anatoli Liadow. Von den acht Volksliedern spielten die Musiker lediglich sieben, denn das sechste Lied, der „Cradle Song“ (Wiegenlied) passe nicht so recht in den Vortrag des Abends. Marion Schroll meinte, so habe Michael Werner argumentiert, dieses Lied auszulassen. Vielleicht fürchtete er, die Gäste könnten einschlafen? Keineswegs. Dafür sorgten drei der beliebtesten Themen aus „Schwanensee“ von Tschaikowsky. Und dann kam die „Overture to Candide“ von Leonard Bernstein mit seiner unverkennbaren Handschrift und seinem Kompositionsstil. Moritz Scheifele war der Solostar des Abends. Er habe, so Schroll, gerade seine Abiturprüfungen abgelegt. Dabei hatte er auch das Fach Musik gewählt und spielte dem Publikum sein Erfolgsstück am Euphonium vor. Warm, präzise und besonders klangvoll war diese sanfte Jazzballade „Midnight Euphonium“ von Goff Richards. Schon im Vorfeld machte Marion Schroll auf die Effekte aufmerksam, dass die vom „Geisterzug“ (Ghost Train) von dem 1970 geborenen Komponisten Eric Whitacre, für die Gäste vielleicht chaotisch klingen würden. Dafür wurde sogar für das Blasorchester Kirchheim ein besonderes Instrument gebaut. Es machte idealerweise das Quietschen des Zuges möglich. Dieser Zug stampfte, dampfte und pfiff durch den Saal, dass es eine Freude war, als es sehr langsam und quietschend in einem Bahnhof zum Stehen kam. Gut, dass die „Abenddämmerung“ (Dusk) von Steven Bryant die Gemüter wieder in ruhigere Bahnen lenkte. Bis die Cowboys ihre Lassos schwangen. Damit fingen sie auch einige Musiker ein, die an diesem Abend für ihre langjährigen Mitgliedschaften geehrt wurden. Eine besondere Ehrung erfuhr Theresa Deuring. 21 Jahre führte sie, so ihre Nachfolgerin Rosi Greiner, den Verein mit größtem Engagement zum Erfolg. Deuring erhielt von einundzwanzig Musikern jeweils eine Rose für jedes Jahr ihres Einsatzes. Sie sagte: „Reden ist Silber – Musik ist Gold“. Davon überzeugte auch das Vororchester beim Auftaktspiel vor dem Schloss mit „The Gold Medallion“. Den heftigen Applaus hatten alle mehr als verdient.

Quelle: Mindelheimer Zeitung vom 28.05.2016
Fotos: Schmid

Treue Musikerin

20160528Blasorchester Kirchheim Ehrung

Beim Blasorchester Kirchheim wurden langjährige Mitglieder geehrt.
Claudia Haiß (Foto) ist seit 35 Jahren dabei.
Außerdem ehrte Andreas Schuster vom ASM Benedikt Fischer (Trompete),
Markus Greiner und Eva Wiblishauser (beide Klarinette) für
zehn Jahre
und Sophie Titz (Klarinette) für 15 Jahre Treue zum Verein.